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Fachwerk
In Nordwestdeutschland hat der Reichtum an Laub- und Mischwald ein geschlossenes Verbreitungsgebiet des Fachwerkbaus entstehen lassen, zu dem der Grönegau gehört. Verstreut in der Stadt Melle finden sich verschiedene Varianten des sogenannten Niedersachsenhauses, zumeist in kleinen Gruppensiedlungen und Streulagen.
Seine Fassade wird bestimmt von dem großen Dielentor. Er erschließt die dahinterliegende Futterdiele. Zwischen den Ständern, die das Dach tragen und den Außenwänden befinden sich links und rechts der Diele die Ställe, am Ende hinter der Deele ist der Wohntrakt. Zwischen dem Wirtschafts- und dem Wohngiebel bietet der Dachboden Möglichkeiten für die Erntestapelung.
Auch in der Stadt Melle gab es viele Ackerbürgerhäuser, die als Fachwerkbauten errichtet waren. Die meisten sind bei einem großen Brand im Jahr 1720 zerstört worden. Die sogenannte Alte Posthalterei Melle in der Haferstraße hat diese Katastrophe überstanden.
Später wurde dann im 19. Jahrhundert im Grönegau vielfach das Fachwerk der Bauernhäuser durch Steinbauten ersetzt, oder man errichtete Bauernhäuser gleich aus Stein. Dafür waren verschiedene Gründe ausschlaggebend. Die Verknappung des Holzes als Baumaterial, aber auch ein verändertes bauliches Selbstbewußtsein führte zur Orientierung an der städtische Bauweise bei der Umgestaltung oder Neuerrichtung der Höfe in der heutigen Stadt Melle.
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Kirchen des 19. Jahrhunderts
Der Sakralbau zwischen 1800 und 1900 in der heutigen Stadt Melle war wie auch andernorts eine Imitation der vorausgegangen Baugeschichte. Der Besuch der Kirchen im Grönegau aus dieser Epoche verschafft einen Überblick über die Architekturentwicklung und gleichzeitig über die Varianten der Anleihe an der Formensprache der Neostile in benachbarten Landschaften und von baugeschichtlichen Vorbildern.
So orientiert sich am Vorabend der Industrialisierung der im Grönegau einzigartige und noch klassizistisch geprägte Zentralbau der Gesmolder Kirche am Pantheon in Rom, während die Kirche in Buer der Neoromanik zuzuordnen ist und überraschende Anklänge am Stilmerkmale der Gotteshäuser von Schinkel in Berlin und Brandenburg aufweist. Demgegenüber steht St. Bartholomäus in Wellingholzhausen ganz in in der Tradition der gotischen Hallenkirchen im Münsterland.
Der Baubeginn der Kirche in Neuenkirchen fällt in das Jahr, in dem in Bielefeld die ebenfalls neugotische Pauluskirche, das bauliche Vorbild, eingeweiht wird. Beide Hallenkirchen sind architektonischer Ausdruck des von ravensbergischen Pietismus beeinflußten Typs einer protestanischen Predigtkirche.
- ev. St. Martinikirche in Buer, hohe neoromanische Emporenkirche mit Rundbogenfenstern, weit sichtbarem Westturm und vier Ecktürmchen aus der Zeit von 1853 – 1855
- St. Johann (kath.) in Riemsloh; 1910 ganz im Sinne der Neugotik des 19. Jh., Erweiterung des einschiffigen gotischen Langhauses um Querschiff und Chor
- St. Bartholomäus (kath.) in Wellingholzhausen dreischiffige neugotischen Hallenkirchen von 1856 – im Volksmund auch Grönegauer Dom genannt
- St. Marien (kath.) in Sondermühlen, einer kleinen Siedlung inmitten der Flur; einschiffige neugotische Saalkirche (1869) mit einem später angefügten neoromanisch anmutenden Westturm
- ev. Christophoruskirche in Neuenkirchen; zwischen 1883 und 1887 errichetete neugotische Hallenkirche, zeitgenössische Ausstattung; Sandsteinemporen
- St. Petrus (kath.) in Gesmold; vom belgischen Architeken Quaest-Faslem errichtet, zwölfeckiger Zentralbau mit Westturm
- ev. Antoniuskirche in Hoyel; einschiffiger Saalbau mit klassizistischem Altar von 1834 – 1839.
- Kleinere gotische Kirchen sind auch in Oldendorf und St. Annen bis in die Gegenwart Dorfö-mittelpunkt geblieben. Die Oldendorfer Kirche ist als zweijochiger Saalbau aus dem 13. Jh. erhalten geblieben und St. Annen, das heute eher abseits liegt, war früher ein bedeutender Wallfahrtsort im Osnabrücker Land.
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Mühlen
Wind und Wasser wusste man auch im Grönegau von der Industrialisierung zu nutzen. Der im Jahresverlauf überwiegend wehende Westwind trieb die Flügel der Windmühlen an, die zwischen den Steinen Korn zu Getreide mahlten. So wurde für die Grundversorgung mit Brot vor Ort gesorgt. Bei Flauten oder im Winter, wenn es nichts zu mahlen gab, waren die Müller nicht etwa arbeitslos: mit dem Hammer – ihrem wichtigsten Arbeitsgerät – bearbeiteten sie mühsam die großen Mahlsteine.
In den 50er oder 60er Jahren wurden die Windmühlen unrentabel und sie verfielen. Ein verästeltes Gewässernetz in der Stadt Melle bot eine Vielzahl von Standorten für Wassermühlen. Im Staatsarchiv in Osnabrück ist eine Karte aus dem Jahre 1765 erhalten, die allein für den südlichen Grönegau 29 Mühlen verzeichnet.
- Windmühle in Westhoyel In Westhoyel östlich von Riemsloh sind eine Wallholländerwindmühle aus dem Jahr 1870 sowie das Back- und Müllerhaus erhalten und restauriert worden – das Müllerhaus kann von Gruppen für Feierlichkeiten angemietet werden.
Besichtigung nach Absprache (Tel. 0 52 26 / 3 79 - Fax. 0 52 26 – 59 13 38) In den Monaten April bis September findet hier an jedem 4. Sonntag ein Mahl- und Backtag statt.
- Wassermühle in Tittingdorf bei Buer In dieser Doppelmühle aus dem Jahr 1822 betrieb ein Wasserrad ursprünglich zwei verschiedene Mühlen (eine Öl- und eine Getreidemühle). Nach der Restaurierung wurde das Gebäude als Wohn- und Büroraum umgestaltet. Der funktionsfähige Getreidemahlgang wird gelegentlich genutzt.
Besichtigung nach Absprache. (Tel. 0 54 27 / 61 62 - Fax. 0 54 27 – 62 66)
- Die Ölmühle des Rittergutes Ostenwalde bei Oldendorf ist eine Wassermühle am Oldendorfer Mühlbach. Seit 1988 Restaurierungsarbeiten, die die Wiederherstellung der Wasserräder und der Ölmühlentechnik einschließen sollen.
Außenbesichtigung jederzeit möglich (Tel. 0 54 27 / 61 62 - Fax. 0 54 27 / 62 66)
- Windmühle an der Meyer-zum-Gottesberge-Straße in Melle
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Saurierspuren Barkhausen
Im Jahre 1921 wurden beim Abbau der Sandsteinbänke in einem Steinbruch bei Barkhausen 150 Mio. Jahre alte Fußabdrücke freigelegt. Die „Saurierspuren“. Die Abdrücke messen 30 x 40 cm; an der östlichen Seite der Wand kann man sogar einige Fährtenlinien verfolgen. Nach diesen Massen zu urteilen, muss es sich um Spuren von Riesensauriern handeln, die sich in einer steilen Steinwand befinden. Ursprünglich waren diese Gesteinsschichten waagerecht, jedoch trat während der Tertiärzeit eine Verschiebung der Gesteinsschichten ein, und so wurden die Abdrücke aus der waagerechten in eine fast senkrechte Lage gebracht.
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Schlösser und Herrenhäuser
Zu den historischen Baudenkmälern der Stadt Melle gehören Wasserburgen, die entweder repräsentativ oder eher versteckt in der Parklandschaft des Grönegaus liegen.
Der Grönegau gehört zu den westlichen Ausläufern einer norddeutschen Kunstlandschaft, deren Namen sich aus einer topographischen Bezeichnung und einem Epochenbegriff zusammensetzt: die Weserrenaissance. Die Randlage der heutigen Stadt Melle in diesem Raum führte dazu, dass die Weserrenaissance hier teilweise später als im Kernraum und mit einer vereinfachten Formensprache Einfluß auf die Schloßarchitektur gewann.
Die Geschichte der Meller Wasserburgen reicht bis ins Mittelalter zurück. So ist Schloß Gesmold um 1200 als Wohnturm entstanden und konnte sich später zu einem großzügig angelegten Herrensitz mit Parkanlagen entwickeln ? Ausdruck des Selbstbewußtseins der damaligen Besitzer und ihrer Bedeutung im damaligen Fürstbistum Osnabrück. Alle Schlösser befinden sich noch in Familienbesitz und sind bewohnt. Nur die ehemalige Wasserburg Bruchmühlen ist lediglich in Resten erhalten.
- Schloß Gesmold, Kernburg (1200), doppelte Vorburg und Torturm. Mitte des 16. Jh. Erweiterung und Umwandlung in ein Renaissanceschloss, später Umgestaltung der Vorburg, Barock - Gartenanlagen mit Plastiken
- Gut Ostenwalde, Reste der früheren Graft auf der Südseite erhalten, dreiflügeliges Herrenhaus (17./18. Jh. und 1906/08); Anlage der Wirtschaftsgebäude im Bereich der ehem. Vorburg
- Haus Rabingen, mit zweigeschossigem Mittelrisalit, Anfang des 19 Jh. errichtet
- Haus Engelgarten, Herrenhof aus dem 18. Jh.
- Gut Bruche, die Wasserburg mit Herrenhaus (1. Hälfte 18.Jh.) mit einem repräsentativen Mittelrisalit, innerhalb der Graft auch die symmetrisch angelegte Vorburg mit markanten Ecktürmen
- Gut Sondermühlen, Wasserburg mit Renaissancegiebel und Erker, Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden innerhalb der Graft
- Schloß Königsbrück, hoher und langer Gebäudeflügel (Weserrenaissance) ist erhalten; die Graft dieser Wasserburg ist wiederhergestellt
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Umweltbildungsstandort Bifurkation
Der Meller Raum wird nachhaltig durch die Talsäume von Hase und Else geprägt. Die Hase entspringt am Nordhang des Teutoburger Waldes in Melle ? Wellingholzhausen und fliesst zunächst 13 km in nördlicher Richtung am westlichen Stadtrand von Melle in Richtung Gesmold.
Südlich von Melle ? Gesmold, wo das Einzugsgebeit der Hase 6o qkm erreicht, gabelt sich die Hase in die Gewässer Hase und Else. Diese Flussgabelung wird ?Bifurkation? bezeichnet. Das grossartigste Beispiel für eine Bifurkation ist vom Orinoco in Brasilien bekannt.
Seitdem die Menschen diesen Ort bei Gesmold kennen, begleitet sie auch immer die Frage nach dessen Ursprung. ?Künstlich? oder ?Natürlich? bleibt zweifelsfrei weiterhin eine interessante Fragestellung.
Anthropogene Einflüsse auf den Verlauf der Hase und Else werden in Geschichtsschreibungen erwähnt. Auch wird aus der Zeit des 30jährigen Krieges über die Wasserführung der Hase und Else berichtet.
International ist sie als hydrogeografische Besonderheit bekannt, zumal die Abflüsse nördlich der Bifurkation über zwei verschiedene Stromgebiete (Ems und Weser) der Nordsee zufließen.
Aufgrund seiner bisherigen Einbindung in die Historie, seiner spannenden wissenschaftlichen Anfechtungen, seines Bekanntheitsgrades und seiner Lage an der Hase-Else-Niederung bietet es sich an, dieses Phänomen zu einen Standort der Umweltbildung zu entwickeln.
Die Eröffnung fand am 10. September 2000 statt.
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Sternwarten
In Melle gibt es zwei Sternwarten.
Die Expo Sternwarte und die Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Vereins liegen beide im Ortsteil Melle - Oldendorf
Beide Sternwarten können Sie u.a. über den Wanderweg "Planetenweg" (8,5 km bzw. 12 km - eine Wegstrecke) auch zu Fuss erreichen.
Anmeldung und Informationen:
Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Vereins Tel. 05 41 / 56 00 326
EXPO Sternwarte Herr Schroeter, Tel. 0 54 22 - 39 86
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Automuseum Melle
Das Automuseum Melle am Fusse der Meller Berge präsentiert in den denkmal-geschützten Hallen einer alten Möbelfabrik den Besuchern "Geschichte auf Rädern". Das Automuseum zeigt 200 erstklassige Fahrzeuge verschiedener Epochen als Leihgaben in ständigem Wechsel, so dass auch ein Wiederholungsbesuch ein gänzlich neues Erlebnis wird.
Öffnungszeiten Die - Sa. 11.00 Uhr - 18.00 Uhr Sonntags 10.00 - 18.00 Uhr
Eintrittspreise pro Person
| Erwachsene |
8 Euro |
| Erwachsenengruppen ab 10 Personen |
6 Euro |
| Kinder (6 bis 14 Jahre) |
5 Euro |
| Kindergruppen (6 bis 14 Jahre) |
4 Euro |
| Führung |
20 EUR (je Gruppe plus Eintritt) |
| 100 Euro (wenn Gruppe unter 20 Pers.) |
Automuseum Melle "Geschichte auf Rädern"
Pestelstraße
42
49324 Melle
Telefon
0 54 22 / 9 65 -312
Telefax
0 54 22 / 9 65 -320
eMail tourist@stadt-melle.de
(kein Zugang im Sinne des § 3a VwVfG)
Internet www.automuseummelle.de
Telefon 01 71 / 4 85 35 70 (Technische Informationen und Führungen, Herr Rössler) geöffnet Die. - Sa. 11 -18 Uhr und So. 10 - 18 Uhr
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